Holzschnitzer-Pleinairs in Rokiškis

     Rokiškis    

Holzschnitzer-Pleinairs in Rokiškis „Improvisationen zu Themen aus Leben und Schaffen von Lionginas Šepka“(2001 – 2009 m.)

In der Stadt Rokiškis, hinter dem Gebäude der Stadtverwaltung, wurde ein Holzskulpturenpark angelegt. Er ist der Erinnerung an den berühmtesten Holzschnitzer des 20. Jh., Lionginas Šepka (1907-1985), gewidmet. Die Bildhauer-Pleinairs wurden vom Landesmuseum Rokiškis organisiert.

Das Hauptthema des vom 3.-9. September 2001 organisierten Pleinairs war „Improvisationen zu Themen aus Leben und Schaffen von L. Šepka“. Sechs Tage lang schufen fünf Holzschnitzer Skulpturen aus Eiche: Saulius Lampickas (Alytus), Adolfas Teresius (Bezirk Kaunas), Vytautas Jackūnas (Pasvalys), Jonas Tvardauskas (Anykščiai), Vanda Umbrasienė (Elektrėnai). Die Bildhauer wohnten und arbeiteten auf dem Landgut von Rokiškis. A. Teresius nannte seine Skulptur „Beim Nachdenken über Lionginas Šepka“. Die einzige weibliche Teilnehmerin des Pleinairs, V. Umbrasienė, schnitzte (wie auch der berühmte Bildhauer) nur von Hand – ohne jegliche technischen Hilfsmittel. In der Skulptur des Einwohners von Alytus, S. Lampickas, wird ein junger Mensch dargestellt, der einen offenen Käfig mit einem Vogel hält. Dieser Vogel symbolisiert, dass obwohl L. Šepka ein sehr verschlossenes Leben führte, seine Werke bekannt und weit verbreitet sind. Die Schnitzerei von J. Tvardauskas ist nicht nur künstlerisch wertvoll, sondern auch funktional. Der Bildhauer schnitzte aus der Eiche eine Bank, die mit einem Hirten, der Schafe hütet, verziert ist. Dieser Hirte ist der kleine Šepka. Der Autor der Skulptur kommentierte, dass Christus beim Hüten der Schafe eines aus den Augen verlor, deshalb hätte er, damit es interessanter wäre, ein Schaf auf der Bank versteckt und regte an, es zu suchen. V. Jackūnas schnitzte die Skulpturen von L. Šepkas Vater und Mutter.

 Das Thema des vom 26. Juni – 6. Juli 2002 organisierten Pleinairs war „Das Bild des Baumes und des Vogels im Werk von Lionginas Šepka“. Folgende Holzschnitzer nahmen teil: Raimundas Blažaitis (Bezirk Vilkaviškis), Kęstutis Krasauskas (Bezirk Pasvalys), Saulius Lampickas (Alytus), Pranas Petronis (Vilnius), Adolfas Teresius (Bezirk Kaunas), Vanda Umbrasienė (Elektrėnai), Nerijus Šatinskas (Alytus), Rimas Zinkevičius (Ukmergė). R. Blažaitis schuf eine Skulptur, die er „Sonderling“ nannte. Es ist eine Anspielung darauf, dass L. Šepka sehr oft so bezeichnet wurde und gleichzeitig ist der von ihm geschnitzte Vogel sonderbar, weil er seinen Kopf unter den Flügeln verbirgt. R. Zinkevičius erhielt die größte Eiche mit einer Länge von 6 m. Diese Größte diktierte auch die künstlerische Lösung – eine mächtige „Eiche für L. Šepka“, umringt von herbei geflogenen Vögeln. P. Petronis aus Vilnius hatte vor, den Hl. Franziskus mit Vögeln in den Händen darzustellen, wurde jedoch von der schöpferischen Inspiration gepackt. Er schnitzte seine geliebte, die Hl. Klara und die sie verbindende Bank, die den Verliebten von Rokiškis gewidmet ist. Pranas arbeitete lediglich mit Axt und Meißel, wie auch L. Šepka. Der von S. Lampickas aus Alytus geschnitzte blühende Baum mit dem Hirtenjungen und den Vögeln steht neben dem Werk seines Schülers, des jüngsten Pleinair-Teilnehmers N. Šatinskas. Die einzige Frau in dieser Männerschar – Vanda Umbrasienė – schuf eine Skulptur, die sie „Seele der Bäume“ nannte. K. Krasauskas sagte, dass die Werkschöpfung von L. Šepka für ihn eine unversiegende Quelle von Ideen ist. In seinem Werk vereinte er die Herren der Lüfte – die Vögel und die Herrscher der Unterwelt – die Nattern. Die Schnitzereien der Meister und das Grün des Parks lassen sich angenehm im Sitzen vom „Glücksvogel“ von A. Teresius aus betrachten. Der Meister schuf eine funktionale Skulptur: der Rücken des Vogels ist eine Bank und der gehobene Flügel – eine bequeme Lehne.

  Vom 2.-12. September 2003 improvisierten die folgenden Holzschnitzer zu Themen des Schaffens von Lionginas Šepka: Gintautas Akstinas (Druskininkai), Kęstutis Krasauskas (Bezirk Pasvalys), Adolfas Teresius (Bezirk Kaunas), Saulius Lampickas (Alytus), Jonas Tvardauskas (Anykščiai), Gintaras Varnas (Bezirk Rokiškis). Die Stadtbewohner gewannen den Skulpturenpark lieb und äußerten 2003 den Wunsch nach mehr funktionalen Skulpturen. Die Holzschnitzer bemühten sich, diesem Wunsch gerecht zu werden. Die Stadtgemeinde versorgte die Meister mit Eichen, da bei der Restaurierung des Unabhängigkeitsplatzes unnütze Bäume gefällt wurden. Sie waren recht dünn, mit Draht, der tief in den Stamm eingewachsen war. Die Meister entschieden, dass dies das Ergebnis der Tätigkeit von Pionieren war. An den Bäumen waren wohl Nistkästen angebracht. Die Meister mussten scharf nachdenken, wie und aus welchen Eichen interessante Skulpturen entstehen könnten.
 G. Varnas aus Rokiškis schuf die Skulpturkomposition „Zankvögel“. Der Autor hofft, dass die jungen Menschen, die auf dem Rücken der Vögel Platz nehmen, ihre Unstimmigkeiten vergessen und sich küssen, so wie es die von G. Akstinas geschnitzten Vögel tun. Der den Einwohnern von Rokiškis bereits gut bekannte S. Lampickas aus Alytus und A. Teresius aus Kaunas schnitzten die Skulpturen „Sonderling“ und „Vögel“. Der Autor der letzteren Skulptur meinte, dass er in seinem Werk nicht alle „i“-Tüpfelchen setzen wollte. Der Meister schuf eine Skulptur, in der jeder Betrachtende einen anderen Sinn entdecken kann. Die Skulptur von K. Krasausko aus Pasvalys wurde „Mittag der Vögel“ genannt. Nur J. Tvardauskas aus Anykščiai wählte ein Thema mit Weidetieren. Kinder möge es, auf die Pferde zu klettern, sich als Reiter zu fühlen oder das Gras fressende Schaf zu streicheln.
   Am Pleinair, das vom 25. Juni – 6. Juli 2004 veranstaltet wurde, arbeiteten die folgenden Holzschnitzer mit: Ramūnas Gudliauskas (Bezirk Kėdainiai), Žilvinas Karkauskas (Alytus), Kęstutis Krasauskas (Bezirk Pasvalys), Saulius Lampickas (Alytus), Antanas Lastauskas (Gemeinde Kalvarijos), Adolfas Teresius (Bezirk Kaunas), Nauris Valuckas (Bezirk Vilkaviškis), Gintaras Varnas (Bezirk Rokiškis). Jeder Meister betrachtete mit eigentümlichem Blick das Schaffen des berühmtesten Gottesbildkünstlers des 20. Jh. und entdeckte in ihm viele neue Impulse für das eigene Schaffen. Die Skulptur von R. Gudliauskas nennt sich auch „Inspiration“(aufgestellt im Regionalpark von Sartai). K. Krasauskas schuf die Skulptur „Sonnengesang“. Der Hauptgedanke seines Arbeitsthemas war die Verehrung der Sonne, die Liebe zu Vögeln und Wasser. Der jüngste Teilnehmer des Pleinairs, Ž. Karkauskas, schnitzte einen fröhlichen Menschen mit einem auf ihm sitzenden Vogel – zwei „Freunde“, und sein Lehrer S. Lampickas schuf den „Geist des Waldes“ (aufgestellt an der Oberförsterei). N. Valuckas schnitzte die Skulptur „Leben des L. Šepka“, A. Lastauskas – die Komposition „Zitas Garten“. Die Skulptur von G. Varnas heißt „Gedanken“. A. Teresius erinnert mit seiner Schnitzerei „Waldmensch“ (steht an der Oberförsterei) an das Verhältnis zwischen Mensch und Natur. Ein Teil der Skulpturen ist funktional, zum Sitzen geeignet. Nachdem die Skulpturen aufgestellt wurden, fehlt es im Park nicht an Besuchern.

   Vom 27. Juni – 6. Juli 2005 organisierte das Landesmuseum Rokiškis zum fünften Mal ein Holzschnitzer-Pleinair. Dort versammelten sich folgende Holzschnitzer Litauens: Vaidotas Butkevičius (Biržai), Stanislavas Janušas (Panevėžys), Jonas Ražanskas (Alytus), Almantas Sriubiškis (Bezirk Rokiškis), Adolfas Teresius (Bezirk Kaunas), Algirdas Varžinskas (Panevėžys), Juozas Videika (Jurbarkas), Vidmantas Vikšraitis (Kaunas). Eine Neuerung dieses Pleinairs – es wurden drei Schüler aus dem Bezirk Rokiškis eingeladen: Justas Janulis, Ugnius Savickas und Deividas Visockas. Adolfas Teresius nahm an allen Pleinairs teil. In diesem Jahr erinnerte er sich an L. Šepkas Kettenmotiv. Von weitem aus betrachtet erinnert die Skulptur an eine zusammengerollte Natter, aber wenn man näher herantritt, dann sieht man, dass man auf diesen Ketten Platz nehmen kann. 2005 war vorgesehen, im Skulpturenpark mehr solcher Skulpturen aufzustellen und eine „Kinderinsel“ zu schaffen. Die Schüler fertigten mit vereinten Kräften eine Bank an, die mit Ornamenten verziert ist. Auf ihr steht auch der „Vogelbaum“ von Vaidotas Butkevičius aus Biržai, der an ein Schnittmuster erinnert. Eine Schaukel und eine große Skulptur für die Kinder schuf Juozas Videika. Stanislavas Janušas aus Panevėžys schnitzte den „Engel“. Man kann ihn von der Bank des Holzschnitzers Jonas Ražanskasaus betrachten. Diese Bank ist mit einem großen Vogel und Blumen verziert. Vidmantas Vikšraitis aus Kaunas schuf eine kleine Bank ohne strenge, scharfe Formen, die, seiner Meinung nach, mit der Natur „verschmelzen“ sollte.

Vom 27. Juni – 5. Juli 2006 schufteten 11 Meister an mächtigen Eichen. Es waren nicht nur erfahrene, sondern auch junge Künstler, die gerade erst ihren Schaffensweg beschritten hatte. Zum sechsten Mal nahm Adolfas Teresius am Pleinair teil, Saulius Lampickas – zum fünften Mal. Erstmals nahm an diesem Pleinair auch der Gewinner des L.-Šepka-Preises aus dem Vorjahr – Vidas Jatulevičius (Biržai) teil. Der Holzschnitzer Audrius Vasiliauskas aus Kėdainiai stammt wie auch L. Šepka aus der Umgebung von Pandėlys. Diesen Landkreis vertrat auch Almantas Sriubiškis. Für Gediminas Ašmonaitis (Vilnius) war es im alter von 18 Jahren das erste Pleinair. Zum ersten Mal nahm an dem Pleinair von Rokiškis der Lette Ivars Rurans aus dem Bezirk Jekabpils teil.
Den Skulpturenpark, in dem sich 38 Holzskulpturen befanden, ergänzten weitere elf neue Skulpturen: der „Engel und Musikant“ von Gediminas Ašmonaitis aus Vilnius, „Hallo“ von Vidas Jatulevičius, „Kleine Sonne“ von Stanislavas Janušas, „Gebet an die Eiche“ von Saulius Lampickas, „Sphinx und Else“ von Ivars Rurans, „Das Wachsen“ von Linas Saladis, „Der Fürsorger“ von Almantas Sriubiškis, „Kranz für Šepka“ von Adolfas Teresius, „Zwitschernder Vogel“ von Gintaras Varnas, „Windglöckchen“ von Audrius Vasiliauskas und „Engelsgesang“ von Rimantas Zinkevičius.

Zum 7. Pleinair (26. Juni – 5. Juli 2007) versammelten sich 12 Holzschnitzmeister, darunter 4 Schüler. Adolfas Teresius – Teilnehmer an allen 7 Pleinairs, und Kęstutis Krasauskas, der zum vierten Mal teilgenommen hatte, schufen eine riesige Skulptur mit dem Namen „Explosion“. Das Talent von L. Šepka und seine Werke kamen ebenfalls einer Explosion gleich. Gintaras Varnas aus Rokiškis schuf eine Skulptur, die in Pandėlys aufgestellt wurde, dort, wo die originellsten Schnitzereien von L. Šepka entstanden. Vytautas Jackūnas aus Pasvalys schnitzte während des 1. Pleinairs die Skulpturen der Eltern L. Šepkas, und in diesem Jahr wollte er den Bruder des berühmten Gottesbildkünstlers verewigen – „Petras zur frühen Morgenstunde“. Almantas Sriubiškis aus Pandėlys schnitzte nicht nur selbst, sondern leitete auch die Schüler Deividas Visockas, Ugnius Savickas und Laimis Nikonovas an. Der Lehrer fertigte eine Skulptur an, die er „Gib nicht auf...“ nannte, und die Kinder befassten sich mit dem Schaffen kleiner Vögel. Dovydas Teresius – ein Zwölftklässler, der jedoch bereits große Erfahrung hat – nahm an vielen kreativen Veranstaltungen teil. Er arbeitete selbständig, wurde nur selten von seinem Vater Adolfas Teresius beraten. Dovydas entschloss sich, ein „Vogelschiff“ zu erstellen. Rimantas Zinkevičius und Saulius Lampickas schnitzten zwei „Kleine Soldaten“. Vidas Jatulevičius schuf eine vielschichtige Komposition, die er „Wir sind wieder daheim“ nannte.

Der Bezirksverwaltungsrat von Rokiškis beschloss mit seiner Entscheidung vom 27. Juli 2007, dem Stadtpark von Rokiškis den Namen von Lionginas Šepka zu erteilen und ihn Lionginas-Šepka-Park der Stadt Rokiškis zu nennen. Es gab unterschiedliche Meinungen: soll die Schöpfung des Parks fortgesetzt werden oder soll man die Arbeiten nun beenden? Die Beratungen und Diskussionen endeten damit, dass beschlossen wurde, die Schöpfung des Parks fortzusetzen.

Vom 3.-9. September 2008 fand das 7. republikweite Holzschnitzer-Pleinair „Holzschnitzerei: ethnische Traditionen unter dem Einfluss der Neuerungen des 21. Jh.“statt. Das 7. Pleinair begann mit gedrückter Stimmung. Am Tag zuvor war ein Teilnehmer des 6. Pleinairs, der freiwillige Soldat Dovydas Teresius, ums Leben gekommen. Dieser Verlust diktierte den Teilnehmern des Pleinairs, das Thema der Soldatenfiguren zu wählen, weil auch L. Šepka kleine Soldaten gefertigt hatte. Seit 2007 stehen im Park bereits zwei kleine Soldaten. Die Skulpturen von 2008 verewigen die Erinnerung an den talentierten jungen Meister Dovydas Teresius und sind in gewisser Weise ein Bindeglied zwischen den Künstlern der vergangenen Generation und den zeitgenössischen Künstlern. Am Pleinair nahen folgende Holzschnitzer teil: Adolfas Teresius aus dem Bezirk Kaunas, Kęstutis Krasauskas aus dem Bezirk Pasvalys, Jonas Tvardauskas aus Anykščiai, Saulius Lampickas aus Alytus, Gintaras Varnas und Vidmantas Zakarka aus Rokiškis.

Das Jahr 2009 war etwas Besonderes. Es war nicht nur dem 1000-jährigen Bestehen des Namens von Litauen, sondern auch dem 510-jährigen Jubiläum der Stadt Rokiškis gewidmet. Vom 10.-18. September schufen die Holzschnitzer, indem sie das von L. Šepka gemochte Motiv (Stöcke mit Ornamenten) verwendeten, eine Komposition zum 510-jährigen Jubiläum von Rokiškis – „Ein Strauß für Rokiškis“ . Am Pleinair nahmen teil: Jonas Tvardauskas (Anykščiai), Kęstutis Krasauskas (Bezirk Pasvalys), Gintaras Varnas (Rokiškis) und Vidmantas Zakarka (Rokiškis).


2001 m.


2002 m.


2003 m.


2004 m.


2005 m.


2006 m.


2007 m.


2008 m.


2009 m.


© Rokiškio krašto muziejus